Die Meister hinter unseren Gemälden

Jacques-Louis David – der Maler, der Napoleon erfand

* 30. August 1748 in Paris · † 29. Dezember 1825 in Brüssel

Er malte für den König, stimmte für dessen Hinrichtung, saß im Gefängnis und wurde Napoleons erster Maler. Kaum ein Künstler hat so nah an der Macht gelebt – und so viel riskiert.

Selbstbildnis, 1794 – gemalt im Gefängnis
Selbstbildnis, 1794 – gemalt im Gefängnis

Ein Leben wie ein Historiengemälde

  1. Ein Junge mit Narbe und Ehrgeiz

    Jacques-Louis David ist neun Jahre alt, als sein Vater bei einem Duell ums Leben kommt. Er wächst bei zwei Onkeln auf, beide Architekten, und zeichnet, wo er nur kann. Ein Degenhieb bei einem Gefecht in der Jugend hinterlässt eine Narbe im Gesicht und eine Geschwulst an der Lippe – sein Leben lang spricht er schwer. Umso lauter sollen seine Bilder sprechen.

  2. Viermal ums Ticket nach Rom

    Der begehrte Prix de Rome bringt junge Maler nach Italien. David scheitert dreimal, nach einer Niederlage verweigert er sogar tagelang das Essen. Beim vierten Anlauf 1774 gewinnt er. In Rom entdeckt er die Antike: klare Linien, strenge Helden, große Gesten. Daraus wird sein Stil – der Klassizismus.

  3. Ein Schwur, der Paris elektrisiert

    1784 malt er in Rom den „Schwur der Horatier“: drei Brüder, die ihrem Vater schwören, für Rom zu kämpfen, während die Frauen trauern. Im Pariser Salon von 1785 wird es zur Sensation. Das Bild wird zum Sinnbild für Pflicht und Opfermut – wenige Jahre vor der Revolution.

  4. Maler der Revolution

    Als 1789 die Revolution ausbricht, steht David mittendrin. Er wird Abgeordneter, Freund Robespierres und stimmt 1793 für die Hinrichtung Ludwigs XVI. Im selben Jahr malt er seinen ermordeten Mitstreiter Marat in der Badewanne – „Der Tod des Marat“, ein Bild wie eine Ikone.

  5. Hinter Gittern

    Mit Robespierres Sturz 1794 fällt auch David. Er kommt ins Gefängnis und malt dort sein Selbstbildnis – ohne Pose, mit Pinsel und Palette in der Hand. Nach seiner Freilassung malt er „Die Sabinerinnen“, ein Bild der Versöhnung.

  6. Napoleons erster Maler

    Dann tritt ein junger General in sein Leben: Napoléon Bonaparte. David malt ihn auf dem Weg über die Alpen, später seine Kaiserkrönung in Notre-Dame. 1804 ernennt Napoleon ihn zum „Premier peintre“, zum ersten Maler des Kaisers. Zu seinen Schülern zählen Ingres, Gros und Gérard.

  7. Exil und Ende

    Nach Napoleons Sturz kehren die Bourbonen zurück – und wer für den Tod des Königs gestimmt hat, muss Frankreich verlassen. David geht 1816 nach Brüssel. Um eine Rückkehr bittet er nicht – er bleibt bis zu seinem Lebensende im Exil. Dort stirbt er 1825 an den Folgen eines Unfalls mit einer Kutsche. Sein Leichnam bleibt in Brüssel, sein Herz wird in Paris auf dem Friedhof Père-Lachaise beigesetzt.

Seine berühmtesten Gemälde

Fünf Bilder, die man kennen sollte – vier davon hängen heute im Louvre und in Brüssel, eines gleich fünfmal in Europa.

  • Der Schwur der Horatier, 1784
    Der Schwur der Horatier 1784 · Louvre, Paris Das Manifest des Klassizismus: Pflicht vor Gefühl, in strenger Bühne aus drei Bögen.
  • Der Tod des Marat, 1793
    Der Tod des Marat 1793 · Königliche Museen der Schönen Künste, Brüssel Ein Revolutionär als Märtyrer – schlicht, still und gerade deshalb so wirkungsvoll.
  • Selbstbildnis, 1794
    Selbstbildnis 1794 · Louvre, Paris Im Gefängnis gemalt: nüchtern und ehrlich, mit wachem Blick.
  • Napoleon überquert die Alpen, 1801–1805
    Napoleon überquert die Alpen 1801–1805 · u. a. Schloss Malmaison, Charlottenburg (Berlin), Versailles, Belvedere (Wien) Eines der berühmtesten Reiterbilder der Welt – David malte es in fünf Fassungen.
  • Die Krönung Napoleons, 1805–1807
    Die Krönung Napoleons 1805–1807 · Louvre, Paris Rund 6 × 10 Meter Kaiserprunk: Napoleon krönt Joséphine in Notre-Dame.

Die Geschichte hinter dem Bild

Ruhig auf feurigem Pferd

Im Mai 1800 überquert Napoleons Armee den Großen Sankt Bernhard. Er selbst folgt einige Tage später – auf einem trittsicheren Maultier, bei gutem Wetter. Für das Gemälde wünscht er sich etwas anderes: „ruhig auf einem feurigen Pferd“.

Modell sitzen will er dafür nicht – ob Bildnisse großer Männer ihnen ähnlich sehen, sei gleichgültig, es genüge, dass ihr Genie darin lebe. David malt also Sturm, aufbäumendes Pferd und wehenden Mantel. In die Felsen ritzt er die Namen Bonaparte, Hannibal und Karl der Große.

So entstand kein Reisebericht, sondern ein Mythos. Und genau den holen wir zu Euch nach Hause.

Das Original von Jacques-Louis David
Das Original von Jacques-Louis David
Rockys Handyfoto Rocky als Napoleon
Rocky als Napoleon
Auf Leinwand gespannt, an die Wand gelehnt: So zieht der Feldherr bei Rocky ein.

Auf Leinwand gespannt, an die Wand gelehnt: So zieht der Feldherr bei Rocky ein.

Euer Liebling als Napoleon

Wir übernehmen Davids Komposition – Pferd, Mantel, Alpen – und setzen Euren Liebling in den Sattel. Fell, Zeichnung und Blick stammen aus Eurem Foto. Die Vorschau ist kostenlos.

Abbildungen der Originalgemälde: gemeinfrei, über Wikimedia Commons.