Die Meister hinter unseren Gemälden

Johannes Vermeer – der Meister des stillen Lichts

getauft 31. Oktober 1632 in Delft · begraben 15. Dezember 1675 in Delft

Er malte langsam, wenig und fast nur in zwei Zimmern seines Hauses in Delft. Nach seinem Tod geriet er für zwei Jahrhunderte in Vergessenheit – heute stehen Menschen aus aller Welt Schlange für seine Bilder.

Ein Maler bei der Arbeit – Ausschnitt aus „Die Malkunst“, um 1666–68. Ein gesichertes Bildnis Vermeers gibt es nicht.
Ein Maler bei der Arbeit – Ausschnitt aus „Die Malkunst“, um 1666–68. Ein gesichertes Bildnis Vermeers gibt es nicht.

Ein stilles Leben in Delft

  1. Ein Gasthaus voller Bilder

    Johannes Vermeer wird im Oktober 1632 in Delft getauft. Sein Vater ist Seidenweber, Kunsthändler und Gastwirt – im Gasthaus „Mechelen“ am Marktplatz gehen Bilder ein und aus. Wo und bei wem der Sohn das Malen lernt, weiß niemand genau.

  2. Hochzeit und Gilde

    1653 heiratet er die Katholikin Catharina Bolnes und tritt im selben Jahr der Lukasgilde bei, der Zunft der Maler. Später wird er mehrmals in ihren Vorstand gewählt. Das Paar bekommt mehr als ein Dutzend Kinder und lebt im Haus der Schwiegermutter Maria Thins.

  3. Zwei Zimmer, ein Fenster

    Vermeer malt fast immer denselben Ort: ein Zimmer, Licht von links durch ein Fenster, eine Frau bei einer stillen Tätigkeit. Er arbeitet langsam, nur zwei, drei Bilder im Jahr. Erhalten sind nur rund 35.

  4. Blau aus Edelstein

    Für sein leuchtendes Blau verwendet Vermeer echtes Ultramarin, gewonnen aus dem Halbedelstein Lapislazuli und teurer als Gold. Ob er für seine Lichtwirkungen eine Camera obscura nutzte, wird bis heute diskutiert – bewiesen ist es nicht.

  5. Das Katastrophenjahr

    1672 marschiert Frankreich in die Niederlande ein, die Niederländer nennen es das „Katastrophenjahr“. Der Kunstmarkt bricht zusammen, Vermeer verkauft kaum noch Bilder. Er stirbt Ende 1675, hoch verschuldet; seine Witwe muss sich vor Gericht mit den Gläubigern einigen.

  6. Zwei Jahrhunderte vergessen

    Nach seinem Tod gerät Vermeer fast völlig in Vergessenheit, manche seiner Bilder werden anderen Malern zugeschrieben. Erst in den 1860er-Jahren macht ihn der französische Kritiker Théophile Thoré-Bürger wieder bekannt – er nennt ihn die „Sphinx von Delft“.

  7. Weltruhm

    Heute gilt Vermeer als einer der größten Maler des Goldenen Zeitalters. Ein Roman und ein Film machen das „Mädchen mit dem Perlenohrring“ zum Popstar. Und eines seiner Bilder, „Das Konzert“, ist seit einem Kunstraub in Boston 1990 bis heute verschwunden.

Seine berühmtesten Gemälde

Fünf von nur rund 35 Bildern – gemalt in Delft, heute in Den Haag, Amsterdam und Wien.

  • Ansicht von Delft, um 1660–61
    Ansicht von Delft um 1660–61 · Mauritshuis, Den Haag Seine Heimatstadt im Licht nach dem Regen – Marcel Proust nannte es das schönste Bild der Welt.
  • Die kleine Straße, um 1658
    Die kleine Straße um 1658 · Rijksmuseum, Amsterdam Ein Stück Alltag in Delft – Forscher haben das Haus 2015 in der Vlamingstraat verortet.
  • Die Milchmagd, um 1658–60
    Die Milchmagd um 1658–60 · Rijksmuseum, Amsterdam Ein dünner Strahl Milch, ein Stück Brot, viel Licht – und Ultramarin auf der Schürze.
  • Die Malkunst, um 1666–68
    Die Malkunst um 1666–68 · Kunsthistorisches Museum, Wien Ein Maler, ein Modell, eine Landkarte: Vermeers Liebeserklärung an die Malerei.
  • Das Mädchen mit dem Perlenohrring, um 1665
    Das Mädchen mit dem Perlenohrring um 1665 · Mauritshuis, Den Haag Kein Porträt einer bestimmten Frau, sondern eine „Tronie“ – ein Kopf mit Ausdruck und Kostüm.

Die Geschichte hinter dem Bild

Die Perle, die es nicht gibt

Wer das Mädchen war, weiß niemand. Vermeer malte keine Auftraggeberin, sondern eine „Tronie“: ein Gesicht mit fremdländischem Turban, einem Blick über die Schulter und einem halb geöffneten Mund.

1881 wird das Bild in Den Haag versteigert – für zwei Gulden und dreißig Cent. Der Käufer erkennt den Schatz und vermacht ihn in seinem Testament dem Mauritshuis. Dort hängt es bis heute.

Bei einer Untersuchung ab 2018 entdeckten Forscher feine Wimpern und einen ursprünglich grünen Vorhang im Hintergrund. Und die Perle? Sie ist eine Illusion aus ein paar Tupfern weißer Farbe – ohne Umriss, ohne Haken am Ohr. Genau diese Magie malen wir für Euren Liebling.

Das Original von Johannes Vermeer
Das Original von Johannes Vermeer
Lunas Handyfoto Luna mit dem Perlenohrring
Luna mit dem Perlenohrring

Euer Liebling mit dem Perlenohrring

Wir übernehmen Vermeers Komposition – Turban, Perle, Blick über die Schulter – und setzen Euren Liebling an die Stelle des Mädchens. Fell, Zeichnung und Augen stammen aus Eurem Foto. Die Vorschau ist kostenlos.

Abbildungen der Originalgemälde: gemeinfrei, über Wikimedia Commons.