Die Meister hinter unseren Gemälden

Ukiyo-e – Bilder der fließenden Welt

Edo-Zeit (1603–1868) · Blüte des Farbholzschnitts im 18. und 19. Jahrhundert

Kabuki-Stars, Samurai, Geister und Schönheiten: In Japans Edo-Zeit wurden Farbholzschnitte für wenig Geld verkauft und von allen gesammelt. Ein Jahrhundert später eroberten sie Europa – und begeisterten Monet und van Gogh.

Utagawa Kuniyoshi: Katzen als die 53 Stationen des Tōkaidō, 1847–50 – Rijksmuseum, Amsterdam
Utagawa Kuniyoshi: Katzen als die 53 Stationen des Tōkaidō, 1847–50 – Rijksmuseum, Amsterdam

Drei Meister, eine Welt aus Holz und Farbe

  1. Bilder der fließenden Welt

    „Ukiyo“ bedeutet „fließende Welt“: das vergängliche Vergnügen der Großstadt Edo, des heutigen Tokio – Theater, Teehäuser, Mode und Feste. Ukiyo-e sind die Bilder dazu. Als Holzschnitte gedruckt, waren sie für wenig Geld zu haben, fast wie Poster heute.

  2. Ein Bild, vier Berufe

    Ein Farbholzschnitt ist Teamarbeit: Der Verleger plant und bezahlt, der Künstler zeichnet den Entwurf, ein Holzschneider schneidet für jede Farbe einen eigenen Druckstock, und ein Drucker reibt Blatt für Blatt Farbe auf Papier. Signiert wird trotzdem nur vom Künstler.

  3. Utamaro und die Schönheiten

    Kitagawa Utamaro (um 1753–1806) ist der Meister der Frauenbilder. Er rückt seine Schönen ganz nah heran, zeigt nur Kopf und Schultern und fängt kleine, private Momente ein. 1804 gerät er mit der Zensur aneinander: Für verbotene Darstellungen des Feldherrn Hideyoshi wird er bestraft – überliefert sind 50 Tage in Handfesseln. Zwei Jahre später stirbt er.

  4. Sharaku – zehn Monate, dann Stille

    1794 erscheint ein unbekannter Künstler namens Tōshūsai Sharaku. In nur rund zehn Monaten veröffentlicht er etwa 140 Drucke, fast alles Kabuki-Schauspieler mit überzeichneten, oft grimmigen Gesichtern. Dann verschwindet er. Wer er war, ist bis heute nicht sicher geklärt – eine Theorie hält ihn für einen Nō-Schauspieler.

  5. Kuniyoshi – Helden, Geister und Katzen

    Utagawa Kuniyoshi (1797–1861) wird um 1827 mit wilden Kriegerbildern zum chinesischen Abenteuerroman „Suikoden“ berühmt. Er zeichnet Samurai, Seeungeheuer und riesige Skelette. Er soll ein großer Katzenfreund gewesen sein – jedenfalls tauchen Katzen in vielen seiner Drucke auf.

  6. Die Welle, die um die Welt ging

    Als Japan sich ab den 1850er-Jahren dem Westen öffnet, gelangen Holzschnitte nach Europa. Künstler sind begeistert von den klaren Flächen und kühnen Ausschnitten. Monet sammelt sie, van Gogh besitzt mit seinem Bruder Theo Hunderte Blätter und malt einige sogar nach. Das berühmteste Ukiyo-e überhaupt ist Hokusais „Große Welle“.

Berühmte Ukiyo-e

Vom Wellenkamm bis zum Kabuki-Bösewicht – fünf Blätter, die man kennen sollte. Holzschnitte gibt es in vielen Abzügen; genannt ist je ein Museum mit einem bekannten Exemplar.

  • Die große Welle vor Kanagawa, um 1830–32
    Die große Welle vor Kanagawa um 1830–32 · Katsushika Hokusai · u. a. Metropolitan Museum, New York Das berühmteste Bild Japans – mit dem kleinen Fuji im Wellental.
  • Die Hexe Takiyasha und das Skelett, um 1844
    Die Hexe Takiyasha und das Skelett um 1844 · Utagawa Kuniyoshi · u. a. British Museum, London Ein riesiges Skelett bricht durch einen Vorhang – über drei Blätter gedruckt.
  • Ōtani Oniji III. als Yakko Edobei, 1794
    Ōtani Oniji III. als Yakko Edobei 1794 · Tōshūsai Sharaku · u. a. Metropolitan Museum, New York Gespreizte Finger, grimmiger Blick: Sharakus berühmtester Schauspieler als Bösewicht.
  • Frau, die sich den Schweiß abwischt, 1798
    Frau, die sich den Schweiß abwischt 1798 · Kitagawa Utamaro Ein kleiner, privater Moment, ganz nah gesehen – typisch für Utamaros Schönheiten.
  • Wu Yong, der Stratege, 1827–30
    Wu Yong, der Stratege 1827–30 · Utagawa Kuniyoshi · Serie „Die 108 Helden des Suikoden“ Aus der Serie, die Kuniyoshi berühmt machte: ein listiger Berater mit prächtigem Gewand.

Die Geschichte hinter dem Bild

Die 47 Rōnin

Im Frühjahr 1701 zieht Fürst Asano im Schloss des Shōguns in Edo sein Schwert gegen den Hofbeamten Kira – ein schweres Vergehen. Noch am selben Tag muss Asano Seppuku begehen. Seine Samurai werden herrenlos: Rōnin.

Fast zwei Jahre lang planen sie heimlich ihre Rache. In einer Winternacht 1702/03 stürmen 47 von ihnen Kiras Anwesen, töten ihn und legen sein Haupt am Grab ihres Herrn im Tempel Sengaku-ji nieder. Dafür werden sie zum Seppuku verurteilt – und zu Japans berühmtesten Helden.

Kuniyoshi zeichnet die Rōnin 1847/48 als Serie von Einzelporträts, darunter Tominomori Sukeemon. Genau diesen Krieger haben wir mit Hugo, einer Dogge, nachgemalt – mit Rüstung, Haltung und dem strengen Blick des Samurai.

Das Original von Utagawa Kuniyoshi
Das Original von Utagawa Kuniyoshi
Hugos Handyfoto Hugo als Tominomori Sukeemon
Hugo als Tominomori Sukeemon

Euer Liebling als Samurai

Ob Rōnin, Stratege oder Kabuki-Star: Wir übernehmen die Linien und Farbflächen des japanischen Holzschnitts und setzen Euren Liebling hinein. Fell, Zeichnung und Blick stammen aus Eurem Foto. Die Vorschau ist kostenlos.

Abbildungen der Holzschnitte: gemeinfrei, über Wikimedia Commons und das Rijksmuseum.